Kochkurs

Der große Falafel-Guide für zuhause: 10 Schritte

Falafel

Falafel sind eine gesunde arabische Spezialität, die vor allem schnell, lecker und unkompliziert zubereitet werden kann. Dabei sollte beachtet werden, dass Falafel keine vegetarischen Burger sind. Vielmehr erinnern sie an kleine Frikadellen. Im Kern ist ein Falafelbällchen ein wahres Meisterwerk aus drei oder vier Zutaten, das in nur drei Schritten zubereitet wird. Alles, was man braucht, um gute Falafel herzustellen, sind getrocknete Kichererbsen, einige Kräuter, Gewürze und Zwiebeln sowie heißes Öl in einem Topf – kein Mehl, kein Backpulver und kein Ofen.

Falafel stammen aus dem Nahen Osten. Vor allem in Israel zählen die kostengünstigen und proteinreichen Kichererbsenbällchen zu den beliebtesten Street Food Gerichten und verzaubern mit ihrem Geschmack sowohl Einheimische als auch Touristen.

Auch wenn Israel definitiv eine Reise wert ist, können leckere Falafel ebenso einfach zuhause selbst zubereitet werden.

1. Kichererbsen

Bei der Zubereitung von Falafel sollte man immer auf getrocknete Kichererbsen zurückgreifen. Nimmt man vorgekochte Kichererbsen aus der Konserve, bekommt man nicht die gewünschte Konsistenz und die Falafel haben den falschen Feuchtigkeitsgehalt, was dazu führt, dass diese beim Braten zerfallen. Hier müsste dann mit Mehl oder Paniermehl dagegen gesteuert werden, allerdings hat das Ergebnis dann herzlich wenig mit traditionellen Kichererbsenbällchen zutun.

Aus 200 g getrockneten Kichererbsen erhält man etwa ein Dutzend Falafel. Diese Menge ist absolut ausreichend für 2 Personen, soweit man nicht plant, seinen eigenen Stand zu eröffnen. Falls möglich, sollte man bei den getrockneten Kichererbsen auch darauf achten, dass diese nicht schon ewig im Supermarkt-Regal stehen.

Getrocknete Kichererbsen
Getrocknete Kichererbsen

2. Kichererbsen vorbereiten

Wie wir nun wissen, werden die Kichererbsen für Falafel nicht gekocht. Stattdessen werden sie eingeweicht. Die sollte über Nacht für etwa 12 Stunden passieren. Dann sind die Kichererbsen weich genug, um sie zu Falafel-Teig verarbeiten zu können (hierzu gleich mehr). Um die Kichererbsen einzuweichen die gewünschte Menge einfach in einen Topf oder eine Schüssel geben und mit Wasser füllen, bis der Wasserstand einige Zentimeter über den Kichererbsen liegt. Das Gefäß abdecken und für mindestens 12 Stunden stehen lassen. Das war‘s.

3. Gemüse und Gewürze

Da Falafel einfach gehalten werden sollten, genügt es Zwiebeln, Knoblauch, Salz sowie ein paar Gewürze und Kräuter hinzuzufügen. Bei 200 g Kichererbsen nehmen wir eine halbe mittelgroße Zwiebel, zwei Knoblauchzehen, ¾ Teelöffel Salz, eine Handvoll Petersilien und/oder Koriander sowie eine große Prise getrockneten und gemahlenen Kreuzkümmel und Koriander.

Du kannst beim Würzen aber auch kreativ werden und gehackte schwarze Oliven, Harissa und klein geschnittene rote Paprika hinzufügen. Minze, frischer Thymian sind ebenfalls köstliche Ergänzungen zu der üblichen Kombination aus Koriander und Petersilie; zumindest wenn man geschmacklich in der Region des Nahen Ostens bleiben möchten. Natürlich lassen sich Kichererbsen aber auch mit Aromen aus anderen Regionen kombinieren wie sonnengetrocknete Tomaten und Oregano für Italien, Chilipulver und Koriander für Mexiko und Gochujang für Korea.

4. Falafel-Teig herstellen

Die Anschaffung einer entsprechenden Küchenmaschine ist fast unerlässlich, wenn man öfters Kichererbsenbällchen zubereiten möchte. Grundsätzlich funktionieren ein Universalzerkleinerer oder auch ein Stabmixer / Pürierstab. Allerdings sollten diese genug Power (1000 W) haben, damit das Kichererbsenpüree gelingt. In der Gastronomie wird oft ein Fleischwolf verwendet.

Um die richtige Konsistenz zu erhalten, müssen die eingeweichten Kichererbsen gut abgetropft werden. Anschließend zusammen mit der gehackten Zwiebel, dem gehackten Knoblauch sowie den Kräutern und den Gewürzen zu einem Teig verarbeiten. Die Massen sollte etwas die Konsistenz von fein gehackten Nüssen haben und nicht zu pastös sein. Am besten startet man langsam mit dem Zerkleinerer, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist.

Falafel-Teig
Falafel-Teig

5. Falafel formen

Wenn man den Teig anfasst, wird man direkt vermuten, dass dieser niemals zusammenhält und schon zehnmal keinen Frittiervorgang überlebt, auch, weil kein Bindemittel zum Einsatz kommt. Du solltest daher den Falafelteig niemals wie einen Plätzchenteig behandeln. Stattdessen nimmst Du etwas Teig und klopfst ihn leicht auf den Tisch und formst so 4 cm große Bällchen.

6. Frittieren

Falafel müssen frittiert werden. Klar gibt es auch Rezepte mit dem Backofen oder der Heißluftfritteuse aber dann knuspern sie eben nicht ganz so schön.

Zum frittieren einfach einen Topf oder eine tiefe Pfanne, wie einen Wok nehmen, diesen ein paar Zentimeter mit Öl (z. B. Distelöl) befüllen und auf mittlerer Stufe erhitzen. Wenn Du glaubst, dass das Öl heiß genug ist, kannst Du zum Testen etwas Teig hineingeben. Es sollte sofort brutzeln und der Teig sollte sich in weniger als einer Minute goldbraun färben. Hast Du ein Küchenthermometer zur Hand, kannst Du auch dieses nutzen. Das Öl sollte eine Temperatur von 180 °C haben.

Die geformten Kichererbsenbällchen vorsichtig mit einer Gabel in das Öl geben und den Vorgang mit zwei weiteren Bällchen wiederholen. Um die Pfanne oder den Topf nicht zu überfüllen, empfehlen wir, nicht mehr als 3 Falafel auf einmal zu frittieren. Nach zwei Minuten sollten die Bällchen umgedreht werden, sodass diese von allen Seiten gar werden. Anschließend so lange frittieren, bis sie rundum goldbraun sind. Sind die Falafel fertig, nimm sie vorsichtig heraus und lege sie auf etwas Küchenpapier, um das Öl aufzusaugen. Obwohl Falafel nicht zu lange im Voraus zubereitet werden sollen, behalten sie ihre Knusprigkeit bis zu einer Stunde, wenn man sie bei Zimmertemperatur aufbewahrt.

7. Soßen und Dips

Ein voll beladenes Falafel-Sandwich mit verschiedenen Soßen direkt vom Food Truck mag vielleicht verlockend klingen. Tatsächlich ist aber die einzige Soße, die Du für Dein selbst gemachtes Pita-Sandwich benötigst, Tahinisoße – es muss nämlich nicht immer Hummus sein. Die leckere Tahinisoße kannst Du ebenfalls ganz einfach selbst herstellen, indem Du einige Esslöffel Tahini mit Olivenöl, frisch gepresstem Zitronen- oder Orangensaft und Wasser verdünnst. Mit etwas Salz und frischen Kräutern verfeinern und fertig ist Soße.

Soll es etwas ausgefallener sein, probiere Harissa oder alternativ s’chug, Baba Ganough, Amba und Hummus zum Dippen.

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Hummus und Pita-Brot

8. Das Brot

Nutze Pita-Brot. Je frischer, desto besser. Du kannst Pita entweder frisch einfach selbst backen oder im Supermarkt kaufen. In fast jedem größeren Supermarkt findet sich das Brot inzwischen. Wenn Du auf Brot verzichten möchtest, kannst Du auch einfach ein Falafelbällchen nehmen und es wie eine Frikadelle essen, mit den Fingern oder einem Zahnstocher. Stelle dazu Tahinisoße oder Hummus zum Dippen bereit.

9. Salat

Wie mit den Soßen kann man es auch bei den Salaten einfach halten. In Israel wird zum Beispiel oft ein einfacher Krautsalat genutzt. Hierzu einfach etwas Grünkohl zerkleinern und ihn mit Zitronensaft, Olivenöl, Salz und gehackter Petersilie anmachen.

Es darf etwas ausgefallener sein? Brate etwas Aubergine an, füge eine Eier-Scheibe hinzu, oder ein paar Gurkenscheiben. Auch rote Zwiebel oder etwas rote Paprika passen gut zu Falafel. Wichtig ist nur, dass man den Geschmack der leckeren Falafel nicht überdeckt und man diese noch gut rausschmecken kann.

10. Baue das perfekte Falafel-Sandwich

Falafel-Sandwich
Falafel-Sandwich

Hier geht es darum, die perfekte Geschmacksexplosion im Mund zu kreieren. Jeder Biss sollte etwas Falafel, Soße, Brot und Salat haben, sodass man beim Kauen alle Zutaten schmeckt. Für ein Pita Brot empfehlen wir je nach Größe circa 6 Bällchen. Davon werden zwei auf dem Boden platziert, dann folgt der Salat und dann weitere 4 Falafelbällchen. Gleichmäßig mit Soße beträufeln und genießen.

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