Kochkurs

Kartoffelklöße selber machen: Wie bei Oma

Kartoffelknödel

Knödel oder Kartoffelklöße selber machen ist gar nicht so schwer, wie man zunächst meinen möchte. Klar etwas Arbeit bedarf es, dafür schmecken selbst gemachte Kartoffelklöße aber auch viel besser als das Äquivalent aus der Packung. Alles, was man braucht, ist das Rezept von Oma und das teilen wir heute mit Dir! Knödel sind die ideale Beilage zu Krustenbraten, Schweinshaxen oder ganz traditionell zum Gänsebraten an Weihnachten. Aber auch im Gulasch oder mit einer leckeren Pilzrahmsoße sind Klöße ideal, um die Soße aufzunehmen.

Knödel oder Klöße? Wo ist der Unterschied?

Knödel oder auch Klöße sind einfach DIE Beilage. Gefühlt gibt es keine Region in Deutschland, wo die runde Beilage nicht auf dem Teller landen. Da liegt die Frage nahe, ob es denn einen Unterschied zwischen Klößen und Knödeln gibt? Wer jetzt eine spannende Geschichte erwartet, wird leider enttäuscht. Es handelt sich „nur“ um zwei regional unterschiedliche Begrifflichkeiten. Die Knödel-Klöße-Grenze verläuft in etwa entlang des Mains, wobei nördlich des Mains eher der Begriff „Kloß“ verbreitet ist und in Süddeutschland vor allem der Knödel auf den Tellern landet. Auch wenn Deutschland die „Knödel-Nation“ ist, haben wir die runde Beilage nicht erfunden. Abschließend ist nicht geklärt, wo die Klöße herkommen, es handelt sich aber definitiv um Gericht aus der Alpenregion. Die älteste bildliche Darstellung von Knödeln stammt aus dem 12. Jahrhundert in Südtirol. Interessanterweise kennt man in der Schweiz tatsächlich keine Kartoffelklöße, dort regiert der Rösti.

Welche Knödel gibt es?

Kartoffelknödel oder -klöße

Man kennt sie, man liebt sie und ist mit ihnen aufgewachsen. Wenn der Sonntagsbraten nicht geschmeckt hat, gab es eben „Kloß mit Soß“. Ein Klassiker aus Kindheitstagen und wie es sich früher gehört hat, hat Oma die Kartoffelklöße auch immer selbst zubereitet –entweder mit gekochten Kartoffeln oder halb und halb. Also zu gleichen Teilen rohe und gekochte Kartoffeln. In beiden Fällen ist es wichtig, unbedingt mehlig kochende Kartoffeln zu verwenden. Ebenso sind in Butter kross gebratenen Brotwürfel ein Muss im Inneren eines jeden Kartoffelknödels. Weitere Kartoffelknödel-Varianten stellen die Thüringer Klöße dar, die aus 1/3 gekochten und 2/3 rohen, geriebenen Kartoffeln hergestellt werden sowie die schlesischen Kartoffelklöße, die zu abgeflachten Kugeln mit einer kleinen Mulde in der Mitte geformt werden.

Semmelknödel

Kartoffelklöße selber machen: Wie bei Oma 1
Semmelknödel-Masse

Semmel- oder auch Brezenknödel sind die ideale Beilage zu Wild, Sauerbraten oder Pilzen. Außerdem sind sie ideal, wenn man noch ein paar Brötchen oder Laugengebäck vom Vortag übrig hat. Die restlichen Zutaten Milch, Eier, Zwiebel, (TK-)Petersilie, Muskat, Salz und Pfeffer sind ebenfalls schnell aufgetrieben oder meist sowieso schon da. Wie die Namen schon vermuten lassen, bestehen Semmelknödel aus Brötchen (üblicherweise aus Weizenmehl) und Brezenknödel aus Laugengebäck. Es müssen keine Brezeln sein, Laugenstangen funktionieren genauso. Ansonsten ist die Zubereitung sehr ähnlich. Lediglich in der Form unterscheiden sich Semmel- und Brezenknödel. Während Semmelknödel rund wie ein Ball sind, werden Brezenknödel in einem Tuch oder Folie zu einer kompakten Rolle mit einem Durchmesser von ca. 5 cm geformt und erinnern eher an ein überdimensionales Bonbon.

Hefeknödel

Hefeknödel sind extrem vielfältig. Sie können perfekt zu herzhaften Gerichten, wie zum Beispiel einem herrlich würzigen, ungarischen Gulasch gegessen werden. Aber auch süß als Dampfnudel oder Germknödel machen Hefeknödel eine hervorragende Figur. Je nach Gericht werden sie dabei gefüllt und anschließend im Ofen gebacken, gedämpft oder ziehen in siedendem Salzwasser. Auch die Form kann sich unterscheiden. Während süße Hefeknödel meist eher rund sind, werden Böhmische-Knödel zu einer länglichen Rolle geformt und zum Servieren in Scheiben geschnitten.

Quarkknödel

Ein weiteres großes Highlight und einer unserer persönlichen Favoriten, wenn es um süße Nachspeisen geht. Quark bzw. Topfenknödel. Die süßen Knödel werden nach dem Garen mit in Butter gerösteten goldbraunen Semmelbröseln ummantelt und sind innen besonders locker. Quarkknödel werden aus Quark, Hartweizengrieß, weicher Butter und Ei zubereitet. Nach einer Ruhepause im Kühlschrank werden die Knödel im siedenden Wasser gegart. Alternativ kann man sie auch füllen, zum Beispiel mit einem Stück Schokolade oder Nugat, einer kleinen Marille oder einer Erdbeere. Hier gibt es keine Vorschriften.

Hausgemachte Kartoffelknödel wie von Oma

Kartoffelklöße selber machen
Kartoffelklöße selber machen

Wir hoffen, wir haben Dir Appetit auf Klöße gemacht, denn hier folgt nun unser Rezept zum Kartoffelklöße selber machen.

Zutaten für 6 Klöße

  • 1 kg mehlig kochende Kartoffeln
  • 2 Scheiben Toastbrot
  • 40 g Butter
  • 3 Eigelbe
  • 40 g Speisestärke
  • Salz
  • Prise Muskatnuss

Zubehör

  • Kartoffelpresse
  • Feine Reibe
  • Schaumkelle

Zubereitung

  1. Die Hälfte der Kartoffeln ungeschält mit Salz in einen Topf mit kaltem Wasser geben und bei mittlerer Stufe erhitzen. Für ca. 20 Min. kochen oder solange, bis sie gar sind. Abgießen und zur Seite stellen.
  2. Während die Kartoffeln kochen, das Toastbrot in Würfel schneiden. In einer Pfanne bei mittlerer Hitze Butter schmelzen. Die Brotwürfel hinzugeben und solange rösten, bis sie goldbraun sind. Beiseitestellen.
  3. Ein sauberes Geschirrtuch in eine Schüssel legen und die andere Hälfte der Kartoffeln reiben. Mit dem Tuch, so viel Flüssigkeit wie möglich, aus den Kartoffeln pressen und in eine saubere Schüssel legen.
  4. Die fertig gegarten Kartoffeln schälen und mit einer Kartoffelpresse in die Schüssel mit den anderen Kartoffeln zerdrücken. Mit Salz und Muskatnuss würzen. Anschließend die Eigelbe und die Speisestärke hinzufügen und alles gut vermengen.
  5. Einen großen Topf mit Salzwasser zum Kochen bringen. Die Kartoffelmasse portionieren und mit den Händen in jeden Knödel ein paar von den gerösteten Brotwürfeln legen. Zu gleich großen Knödeln, von der Größe einer Billardkugel, formen.
  6. Die Klöße in dem siedenden Wasser für ca. 20 Minuten ziehen lassen. Sobald sie an der Wasseroberfläche schwimmen, sind sie fertig. Mit einer Schaumkelle die Knödel aus dem Wasser holen und servieren.

Darauf muss man beim Kartoffelklöße selber machen achten

Wenn wir ganz pingelig sind, werden Kartoffelklöße gar nicht gekocht, da sonst die Gefahr besteht, dass die Sensibelchen zerfallen. Stattdessen bringt man einen großen Topf mit Salzwasser zum Kochen, legt die Knödel vorsichtig hinein und lässt sie in dem siedenden Wasser bei mittlerer Hitze ziehen, bis sie an der Oberfläche schwimmen. Das ist das Signal, dass sie fertig sind. Je nach Knödelgröße sollte dies nach ca. 20 bis 25 Minuten der Fall sein. Wichtig ist auch, dass der Topf groß genug ist, denn Knödel brauchen Platz.

SOS: Meine Knödel zerfallen

Du hast dich beim Kartoffelklöße selber machen genau ans Rezept gehalten und trotzdem zerfallen die Knödel? Diese Gründe können dafür verantwortlich sein:

  1. Zu viel Flüssigkeit. Beim Kartoffelklöße selber machen kann es vorkommen, dass die rohen Kartoffeln nicht fest genug ausgepresst wurden oder aber, wenn Du Semmelknödel machst, dass zu viel Milch in die Masse gegeben wurde. Hier kann es helfen, etwas Mehl, Brot oder Kartoffelstärke zur Masse zu geben.
  2. Zu weiches Brot. Das kann natürlich nur bei Semmel- oder Brezenknödeln passieren und kommt meist vor, wenn das Brot zu frisch ist. Dann saugt es nämlich die Flüssigkeit nicht so gut auf. Bei Semmelknödel daher immer darauf achten, dass das Brot vom Vortag und schön trocken ist.
  3. Zu heißes Wasser. Hitze schadet Deinen Knödeln. Lasse sie also niemals kochen, sondern lasse sie gemächlich in siedendem Wasser schwimmen.

Tipp: Ganz nach dem Motto der Musketiere: Einer für alle, alle für einen kannst Du einen Probeknödel fertigen und diesen im Wasser einige Minuten garen. Überlebt der Kleine alles gut, kannst Du ganz beruhigt die anderen Knödel ins Wasser geben.

Hast Du schon einmal Kartoffelklöße oder andere Knödel selbst zubereitet? Gerne kannst Du deine Rezepte mit uns in unserer Gruppe bei Facebook teilen!

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