Rezeptkreationen, Kochkurs

Bärlauch: Hilfreiche Tipps und 3 leckere Rezepte

Bärlauch im Wald

Bärlauch ist einer der ersten Frühlingsboten. Neben Schneeglöckchen und Krokussen lässt sich das Kraut, das gemeinhin auch als Waldknoblauch bekannt ist, auch in diesem Jahr wieder in den heimischen Wäldern pünktlich blicken und versprüht in der Zeit von Mitte März bis Ende April seinen Duft in den Wäldern, womit er seinem Namen alle Ehre macht.

Doch nicht nur wir Menschen sind ganz verrückt nach dem kulinarischen und gesundheitlichen Highlight des Frühlings. Im Volksglauben heißt es, dass der Bärlauch nach den Bären benannt wurde, weil diese nach ihrem Winter­schlaf im Früh­jahr das Kraut fressen, um wieder zu Kräften zu kommen.

Doch bevor der Sammelkorb gefüllt werden kann, gibt es noch ein paar wichtige Dinge zu beachten und verarbeitet werden muss der wilde Knoblauch zum Schluss schließlich auch noch.

Was ist Bärlauch?

Bärlauch zählt zu den ältesten Nutz- und Heilpflanzen in Europa. Er gehört ferner zur Gattung der Lauche (Allium). Engere Verwandten sind u. a. der Knoblauch, die Zwiebel sowie der Schnittlauch. Die mehrjährige Pflanze kann eine Wuchshöhe von 20 cm bis zu einem halben Meter erreichen. Während der Vegetationsperiode verströmt das Kraut sein charakteristisches knoblauchartiges Aroma. Anzufinden ist er vor allem in feucht-schattigen Auenwäldern entlang von Flussniederungen und Bächen.

Das aromatische Küchenkraut wurde bereits im Mesolithikum (Mittelsteinzeit, 9600 bis 4500 v. Chr.) gerne verzehrt und auch die alten Germanen und Römer wussten den Waldknoblauch als Heilpflanze hoch zu schätzen. Auch bei uns erfreut sich das Kraut wachsender Beliebtheit weswegen es viele in den Wald treibt, um den wilden Knoblauch zu pflücken, um ihn anschließend frisch für Pestos, Aufstriche oder Salate zu verwenden. Doch das ist nicht ganz ungefährlich.

Bärlauch Steckbrief
Steckbrief – Bärlauch

Vorsicht Verwechslungsgefahr!

Bevor Du in den Wald rennst, um Bärlauch zu sammeln, solltest Du darauf gefasst sein, ihn von giftigen Doppelgängern auseinanderhalten zu können. Gerade Herbstzeitlose und Maiglöckchen sehen dem Kraut auf den ersten Blick zum Verwechseln ähnlich – was teilweise tödlich enden kann.

Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal ist, dass jedes Blatt des wilden Knoblauchs einen eigenen Blattstiel hat während die sehr giftigen Herbstzeitlosen stiellos als Rosette aus dem Boden wachsen. Im Vergleich zum Maiglöckchen sind Bärlauch-Blätter auf der Unterseite mattgrün anstatt glänzend. Auch wenn oft dazu geraten wird, die Blätter zwischen den Fingern zu zerreiben und daran zu riechen, sehen wir diesen Tipp eher kritisch. Denn der Knoblauchgeruch bleibt hartnäckig an den Fingern haften und es fällt zunehmend schwerer zu unterscheiden, ob der Geruch von einem frischen Blatt kommt oder nicht.

Bärlauch: Hilfreiche Tipps und 3 leckere Rezepte 1
Bärklauch erkennen und unterscheiden

Selbstanbau

Falls du lieber auf Nummer Sicher gehen möchtest, kannst Du Bärlauch auch im heimischen Garten oder auf dem Balkon anbauen. Der wilde Knoblauch liebt einen nährstoffreichen und humosen Untergrund. Am besten mischt zu etwas Kompost oder ähnliche Pflanzsubstrate in die Erde. Wichtig ist in jedem Fall der Standort. Wie in der Natur solltest Du einen halbschattigen Platz wählen zum Beispiel unter einem großen, freistehenden Baum oder auf dem Balkon neben einer wüchsigeren Pflanze. Für den Start kannst Du entweder Setzpflanzen oder – wesentlich günstiger – Samen kaufen. Falls Du dich auch beim selbst anbauen unwohl fühlst, kannst Du frischen Bärlauch inzwischen auch bei immer mehr Gemüsehändlern oder am Wochenmarkt finden.

Ist Bärlauch gesund?

Frischer Bärlauch enthält vor allem viel Vitamin C, Kalium und Eisen. Aber auch andere Mineralstoffe wie Magnesium, Natrium, Kalzium, Zink stecken in dem Kraut. Ebenso wird dem Kraut nachgesagt die Durchblutung, den Stoffwechsel und die Verdauung anzukurbeln.

Ernten und lagern

Erntezeit ist etwas Mitte März vom Erscheinen der Blätter bis zum Anfang der Blütenknospen. Danach wird der Geschmack sehr unangenehm. Aufgrund der steigenden Popularität sollten auch immer nur ein, maximal zwei Blätter pro Pflanze abgeschnitten werden und keine Zwiebeln ausgegraben werden, um den Naturbestand nicht noch weiter zu dezimieren. Zudem hält frisch gepflückter Bärlauch nicht lange frisch und sollte möglichst noch am gleichen oder am Folgetag verarbeitet werden. Zur Aufbewahrung kann Du den Waldknoblauch in feuchtes Zeitungs- oder Küchenpapier einwickeln. So ist er für 1 bis 2 Tage im Gemüsefach des Kühlschranks haltbar.

Länger haltbar wird das Kraut, wenn Du ihn einfrierst. Hierfür den wilden Knoblauch gründlich waschen, abtrocknen und die Blätter fein hacken. Anschließend in eine Eiswürfelform geben. So hat man immer gleich die passende Portion griffbereit und das Gewürzkraut bleibt aromatisch. Vom Trocknen ist eher abzuraten, da Bärlauch dabei einen Großteil seiner Geschmacks- und Aromastoffe verliert.

Bärlauch verarbeiten

Durch den knoblauchartigen Geschmack können Gerichte wie Kräuteraufstriche, Käsecremes oder auch Soßen wunderbar verfeinert werden. Aber auch Kräuterbutter, Pesto oder Suppe lässt sich wunderbar aus dem Kraut herstellen.

Gründlich waschen

Insbesondere wenn das Kraut auf Wald und Wiesen gesammelt wurde, besteht die Gefahr, dass noch Eier des Fuchsbandwurms dranhängen. Da der wilde Knoblauch nicht mitgekocht oder stark erhitzt werden sollte, ist es daher umso wichtiger, ihn gründlich zu waschen und vorsichtig zu trocknen.

Mit oder ohne Stängel?

Grundsätzlich kanns Du beides ohne Bedenken verzehren. Für die meisten Rezepte empfiehlt es sich jedoch, die harten Stängel abzuschneiden. Auch wenn du das Gewürzkraut einfrierst, solltest Du die Stängel entfernen. Für Pesto kannst Du die Stängel aber beispielsweise mitbenutzen.

Bärlauchpesto

Bärlauchpesto mit Walnüssen
Bärlauchpesto

Zutaten für ca. 350 g

  • 100 g frischer Bärlauch
  • 50 g Pinienkerne oder Walnüsse
  • 50 g Parmesan, gerieben
  • 150 ml Rapsöl
  • ½ TL Salz
  • 2-3 verschließbare Gläser, je nach Größe

Zubereitung

  1. Die Gläser heiß auskochen und mit einem sauberen Tuch trocknen.
  2. Den Bärlauch gründlich waschen und sorgfältigen trocknen (z. B. mit einer Salatschleuder). Anschließend grob hacken und gemeinsam mit den Pinienkernen, dem geriebenen Parmesan, dem Rapsöl sowie dem Salz in einem Mixer zu einer feinen, cremigen Paste verarbeiten.
  3. Die Gläser bis ca. 2 cm unter den Rand mit der Paste füllen. Um Luftlöcher zu vermeiden, die Gläser vorsichtig einige Male auf ein gefaltetes Geschirrtuch auf der Arbeitsplatte klopfen. Den Glasrand mit einem Tuch säubern und zum Schluss mit Öl bis 1 cm unter den Rand auffüllen. Verschließen. Im Kühlschrank ist das Pesto so ca. 3 bis 4 Wochen haltbar.

Bärlauchbutter

Bärlauchbutter
Bärlauchbutter

Zutaten für 4 Portionen

  • 100 g Butter, weich
  • 50 g Bärlauch, fein gehackt
  • 1 Knoblauchzehe, gepresst
  • Saft einer 1/2 Zitrone
  • Salz
  • Pfeffer

Zubereitung

  1. Butter auf Zimmertemperatur erwärmen.
  2. Bärlauch waschen, trocknen und die Stängel abschneiden. Anschließend fein hacken. Den Knoblauch schälen und ebenso fein hacken.
  3. Zitrone auspressen und alle Zutaten in einer Schüssel verrühren. Nach Geschmack mit Salz und Pfeffer würzen. Bis zum Servieren kaltstellen.

Bärlauchcremesuppe

Bärlauchcremesuppe
Bärlauchcremesuppe

Zutaten für 4 Personen

  • 30 g Butter
  • 70 g Zwiebel, fein geschnitten
  • 80 g Bärlauch, fein geschnitten
  • 20 g Mehl
  • 700 ml Gemüsebrühe
  • 200 ml Schlagsahne
  • 3 EL Sauerrahm
  • Salz
  • Muskatnuss, gemahlen

Zubereitung

  1. Bärlauch waschen, trocken tupfen, entstielen und in feine Streifen schneiden. Im Anschluss noch die Zwiebel schälen und fein hacken.
  2. Butter in einem Topf erhitzen und die Zwiebel glasig rösten. Den fein geschnittenen Bärlauch dazugeben und anschwitzen.
  3. Mehl beigeben, mit heißer Gemüsebrühe aufgießen und glatt rühren.
  4. Für ca. 8 Minuten leicht köcheln lassen. Hitze reduzieren und die Schlagsahne dazu geben. Nun die Suppe mit einem Pürierstab fein pürieren. Mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen.
  5. Mit einem Klecks Sauerrahm servieren.

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