Rezeptkreationen

Chutney: Herkunft und 3 traditionelle Rezepte

indisches Chutney

Was ist Chutney? Wo kommt es her? Und was ist der Unterschied zwischen Chutney und Relish? All das und mehr zu der würzigen Soße klären wir in unserem heutigen Beitrag.

Insbesondere wie das Chutney sich im Laufe der Zeit entwickelt hat, ist definitiv einen Blick wert. So haben viele Chutneys, die man im Supermarkt findet gar nichts mit dem traditionellen indischen Chutney zu tun und sind eher anglo-indische Kreationen.

Das erste Chutney

Es begann vor langer Zeit in Indien. Etwa 500 v. Chr., als man glaubte, die ersten Chutneys hergestellt zu haben. Auch wenn aus dieser Zeit keine Rezepte übermittelt sind, glaubt man zu wissen, dass diese aus einer Mischung aus einer großen Hauptzutat wie Kokosnuss, Tamarinde, Minze oder Gurken sowie Gewürzen und Jagger (unraffinierter Zucker) bestanden. Das Wort Chutney stammt wahrscheinlich von Hindi चाटना cāṭanā (chatna) ab, was übersetzt „lecken“ bedeutet und später durch das Kommen und Gehen der Briten in unser anglisiertes „Chutney“ verwandelt wurde. Auch wenn die Wortherkunft nicht zu 100 % bestätigt ist, ist es irgendwie passend und man kann sich direkt vorstellen, wie die Händler der alten indischen Häfen ihre mit Tamarinden-Chutney bedeckten Löffel sauber leckten.

Chutney ist nicht gleich Chutney

Der britische Einfluss

Während wir bei Chutney meist an süßsaure, leicht scharfe Soßen mit Apfel- oder Mangostückchen denken, hat dies mit der traditionellen Zubereitung eher weniger gemein. Diese Art der Chutneys, wie wir sie heute auch im Supermarkt finden, wurde erst während der britischen Kolonialherrschaft von Armeeoffizieren und ihren Ehefrauen geprägt. Da Briten eine ausgeprägte Vorliebe für Fruchtkonserven haben, sollten bei der Rückkehr aus Indien so die lokalen Aromen mit Zucker und Essig haltbar gemacht werden. Da Essig zu der damaligen Zeit in Indien noch weitestgehend unbekannt war, kam es zu großen Geschmacksunterschieden und der Entstehung der „westlichen“ Chutneys.

Traditionelle Chutneys

Zu den bekanntesten traditionellen indischen Chutneys zählen heute Tamarinden-, Koriander- und Minz-Chutney sowie Kokosnuss- und Tomaten-Chutney. In Indien gibt es zudem große regionale Unterschiede, was Chutney sehr vielfältig macht. So wachsen sowohl Kokosnüsse als auch Erdnüsse in Südindien gut, während Minze im Norden im Überfluss wächst. Aber auch fermentierter Fisch kann zu Chutney verarbeitet werden. Manche Chutneys sind glatt, manche stückig; manche sind gekocht, manche roh; manche werden als Gewürz oder Dip, manche als Beilage und manche sogar zum Frühstück serviert.

Chutney vs. Relish

Der Hauptunterschied zwischen Chutney und Relish besteht darin, dass Chutney normalerweise aus Obst hergestellt wird, während für Relishes Gemüse verwendet wird. Außerdem kommen beim Chutney meist viele Gewürze zum Einsatz, die bei Relishes eher in den Hintergrund treten oder gar weggelassen werden. Zu den Hauptzutaten für ein Relish zählen gehacktes Gemüse, weißer Essig und Zucker. Relish hat einen pikanten oder säuerlichen Geschmack und die Gemüsestücke bleiben relativ fest, während sie bei Chutneys durch ihre oft längere Garzeit weicher sind.

3 klassische indische Chutney Rezepte

Wenn du in die Welt der traditionellen Chutneys eintauchen möchtest, hast Du zwei Möglichkeiten. Entweder du besuchst ein gutes indisches Restaurant oder Du bereitest Dir dein eigenes Chutney zu.

Einfaches Süd-indisches Tomaten-Chutney

Je nach Region gibt es große Unterschiede in der Zubereitung von Tomaten-Chutney. Wir zeigen Dir heute ein einfaches Rezept aus Süd-Indien mit klassischen Zutaten, Gewürzen und einer scharfen Note.

Tomaten-Chutney mit Linsen
Süd-indisches Tomaten-Chutney

Zutaten:

  • 100 g Zwiebel, würfeln
  • 100 g Tomaten, würfeln
  • ½ TL geschälte Urid Dal Linsen
  • 1 – 2 getrocknete rote Chilischoten, kleingeschnitten
  • 1 Prise Asafoetida (Gewürzmischung)
  • Ein kleines Stück Tamarinde – ca. ½ TL (kernlos)
  • 1 EL Sonnenblumenöl oder Erdnussöl
  • Salz

Zubereitung:

  1. Das Öl in einer Pfanne erhitzen und die Linsen hinzufügen. Die Temperatur reduzieren und sobald die Linsen anfangen hellbraun zu werden, die Chilischoten hinzufügen.
  2. Anbraten, bis die Linsen goldbraun sind. Die gewürfelten Zwiebelstückchen in die Pfanne geben und ebenfalls anbraten, bis diese hellbraun sind. Nun die gewürfelten Tomaten und eine Prise Asafoetida dazugeben und mit Salz abschmecken.
  3. Die Tomaten anbraten, bis sie weich und fleischig sind und vollständig gar.
  4. Die Zwiebel-Tomaten-Mischung abkühlen lassen und in einen kleinen Mixer oder einen Zerkleinerer zusammen mit der Tamarinde geben. Das Chutney mixen, bis es glatt ist. Je nach gewünschter Konsistenz kann auch noch etwas Wasser hinzugegeben werden.
  5. Je nach Geschmack kann das Chutney jetzt noch mit Senfkörnern, trockenen roten Chilis und Curryblättern temperiert werden. Aber auch ohne die Temperierung schmeckt das Tomaten-Chutney ausgezeichnet.

Minz-Chutney für Anfänger

Das Minz-Chutney ist in wenigen Minuten im Mixer zubereitet und kann ideal beim nächsten Grillabend zu Grillfleisch gereicht werden.

Minz-Chutney
Erfrischendes Minz-Chutney

Zutaten:

  • 15 g fein gehackte Minzblätter
  • 50 g fein gehackte Korianderblätter
  • 2 Knoblauchzehen, geschält
  • 2 grüne Chilischoten, gehackt
  • ½ cm Ingwer, geschält, kleingeschnitten
  • 1 TL Zucker
  • 1 TL Zitronensaft
  • 1/4 TL Salz
  • 1 EL Wasser oder Joghurt

Zubereitung:

  1. Knoblauchzehen, Chili, Ingwer, Zucker und Salz in einen kleinen Mixer oder Zerkleinerer geben. Grob mixen, bis sich alles etwas verbunden hat aber nicht zu fein ist.
  2. Korianderblätter, Minzblätter, Zitronensaft und Wasser hinzufügen.
  3. Erneut mixen, bis alles glatt ist oder die gewünschte Konsistenz erreicht ist.

Mango Chutney

Die indische Küche ist reich an Gewürzen und auch bei diesem Mango-Chutney kommen diese nicht zu kurz. Mango Chutney ist herrlich süß und passt perfekt zu reichhaltigen, würzigen Speisen wie Curry und Samosas.

Zutaten:

  • 500 g Mango, reif, aber fest
  • 1 Zimtstange
  • 2 ganze Nelken
  • 1 TL Kuminsamen
  • 1 TL Koriandersamen
  • 2 Kardamom-Hülsen, aufgebrochen
  • 175 ml Wasser
  • 1 TL geriebener Ingwer
  • 1 Knoblauchzehe, zerdrückt
  • 100 ml Essig
  • 2 – 3 ganze getrocknete rote Chilis
  • 1 TL Salz
  • 150 g brauner Zucker oder weniger nach Geschmack

Zubereitung:

  1. Die Mango schälen und das Fruchtfleisch in 2 bis 3 cm große Würfel schneiden. Den Kern entnehmen.
  2. In einem Passiertuch oder einer Mullbinde Zimt, Nelken, Kardamom-Hülsen, Kumin und Koriandersamen zu einem Bündel zusammenschnüren.
  3. Die Mangostückchen mit dem Gewürzbündel, Wasser, Inger und Knoblauch für ca. 10 Minuten in einem Topf kochen, bis die Mango matschig ist.
  4. Nun Essig, getrocknete rote Chilischoten, Salz und Zucker nach Geschmack hinzufügen.
  5. Auf kleiner Flamme für 15 bis 20 Minuten köcheln lassen, bis das Chutney eingedickt ist. Die restliche Chutneysoße aus dem Passiertuch ausdrücken und das Gewürzbündel aus dem Topf nehmen.

Wie lange ist Chutney haltbar?

Chutneys werden meist frisch zubereitet und sofort serviert. Im Kühlschrank lassen sie sich dann ca. 1 Woche aufbewahren. Es gibt aber die Möglichkeit Chutney auch für eine längere Zeit haltbar zu machen. Zumindest bei Chutneys, die auf Essig basieren. Hierfür benötigst Du nur Einmachgläser mit Schraubverschluss. Da diese absolut steril sein müssen, empfiehlt es sich, Gläser und Deckel vor dem Einfüllen abzukochen. Das heiße Chutney kommt dann direkt aus dem Topf in die am besten vorgewärmten Gläser. Sofort verschließen und für ca. 1 Minuten auf den Kopf stellen. Anschließend auskühlen lassen und kühl und dunkel lagern. So hält das Chutney ca. 6 Monate. Einmal geöffnet, das Glas im Kühlschrank aufbewahren und das Chutney rasch konsumieren.

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