Rezeptkreationen

Käsefondue ohne Alkohol: Schmelzen statt frieren

Käsefondue ohne Alkohol

Das Käsefondue gehört für viele zum Winter, wie Handschuhe und Schnee. Egal ob an Weihnachten, Silvester oder zwischendurch, Fondue ist das ideale Gericht für ein geselliges Beisammensein an kalten Wintertagen. Doch gerade Kinder stört oftmals das Alkoholaroma. Aus diesem Grund haben wir uns damit befasst, was ein gutes Fondue ausmacht und ob man Fondue nicht auch ohne Wein /Alkohol zubereiten kann.

Das erste Käsefondue

Und wer hats erfunden? Natürlich die Schweizer. Zugegeben, für so eine kleine Nation, haben die Schweizer einiges zur Weltkultur beigetragen – Käsefondue, Müsli, Klettverschluss und natürlich das Rote Kreuz. Gar nicht so schlecht, aber zurück zum Käse.

Käsefondue findet erstmals 1699 Erwähnung. Damals noch als „Käss mit Wein zu kochen“ betitelt, galt es als raffinierte Methode, um alte Käsestücke und altes Brot in eine Mahlzeit zu verwandeln. Doch dank entsprechender Werbemaßnahmen der Schweizer Käseunion in den Fünfziger-/Sechzigerjahren entwickelte sich das Käsefondue bald zum Inbegriff der Schweizer Esskultur.

Der richtige Käse

Die Frage nach dem richtigen Käse ist durchaus umstritten und hängt natürlich auch vom persönlichen Geschmack ab. Wer dem Schweizer Original aber nahekommen möchte, sollte definitiv auf Schweizer Käsesorten zurückgreifen. Neben dem Geschmack ist aber auch das Alter des Käses sehr wichtig. Dieses bestimmt nämlich, wie leicht der Käse schmilzt. So eignet sich gut gereifter Käse am besten für die Herstellung von Fondue.

Die gebräuchlichste Käsefondue-Version, die ihren Ursprung in den Kantonen Waadt und Freiburg hat – obwohl sie heute in der ganzen Schweiz zu finden ist – wird als moitié-moitié oder halb und halb bezeichnet. Es besteht je zur Hälfte aus geriebenem Greyerzer und Fribourger Vacherin.

Wein

Eigentlich ist Wein ein wichtiger Bestandteil des Fondues. Vorzugsweise sollte ein hochsäuerlicher Schweizer Weißwein verwendet werden. In erster Linie sorgt der Wein dafür, dass der Käse cremig bleibt und die richtige Konsistenz bekommt. Wer aber nicht gerade einen Schweizer Spezialitätenladen um die Ecke hat, kann auch auf Picpoul de Pinet oder Muscadet zurückgreifen. Diese Sorten sind deutlich besser geeignet als der krautige Sauvignon Blanc oder ein kräftiger Chardonnay.

Alternativen zum Wein

Da selbst nach 30 Minuten Kochen immer noch rund 35 % des Alkohols im Gericht sind, ergibt es durchaus Sinn, sich nach Alternative umzusehen, wenn Kinder mitessen oder Du aus anderen Gründen auf Alkohol verzichten möchtest. So kannst Du zum Beispiel den Wein durch alkoholfreien Apfelwein/sauren Most ersetzen. Zusätzlich kann auch ein Spritzer Zitronensaft wahre Wunder bewirken. Eine weitere Möglichkeit wäre die Verwendung von Konditorsahne mit ca. 35 % Fett. Allerdings sollte dann auch der Käse entsprechend angepasst werden. Hier empfiehlt sich zum Beispiel der sogenannte L’Etivaz. Weitere Alternativen wäre die Verwendung einer leichten Bouillon oder von Buttermilch.

Stärke als Bindemittel

Ein weiterer Punkt bei dem sich die Geister scheiden. Stärke wird aus Kartoffeln, Mais oder Weizen hergestellt und soll verhindern, dass sich Fett und Wasser trennen. Zudem erhöht es die Viskosität des Käsefondues. Die Stärke sollte am besten in einem Glas mit etwas Wein oder Kirsch bzw. den alkoholfreien Alternativen aufgelöst werden. So riskierst Du am wenigstens, dass etwas schiefgeht. Natürlich kannst Du auch ganz auf Stärke verzichten.

Einige schwören zudem auf Natron. Es soll das Fondue luftig machen. Mir persönlich wird bei dem Gedanken an sprudelndes Käsefondue allerdings ganz anders. Aber vielleicht bin ich auch nur etwas altmodisch.

Die kleinen Extras

Knoblauch

Der Knoblauch wird verwendet, um den Fondue-Topf (Caquelon) damit auszureiben. Das verleiht dem ganzen Fondue einen dezenten Knoblauchgeschmack und rundet das Gericht wunderbar ab.

Muskatnuss

Auch wenn Muskatnuss nicht jedermanns Geschmack ist, passt es wunderbar zu Käse. Ebenso harmoniert Muskatnuss perfekt mit Kirschwasser – aber nicht das billige zum Backen nehmen!

Natürlich können auch andere Zutaten und Gewürze in das Fondue gegeben werden, wie Pilze, getrocknete Tomaten, Oliven, Paprika oder Chili. Hier kann der Kreativität freien Lauf gelassen werden.

Geduld, die Hauptzutat

Sind wir mal ganz ehrlich. Der beste Käse und der beste Wein nützen nichts, wenn Du keine Geduld mitbringst. Profiköche mögen vielleicht in der Lage sein, alles zusammen zu stecken und mit Perfektion zu enden, aber wenn Du nicht so geübt bist, solltest Du lieber auf Nummer sichergehen. Gib die Käseraspeln nach und nach in den Topf zu der erhitzen Flüssigkeit und rühre vorsichtig, bis eine gleichmäßige Masse entsteht. Anstelle eines Holzlöffels kannst Du zu Beginn auch mit einem Silikonschneebesen arbeiten. Dieser bedeckt mehr Boden und führt so zu einer erfolgreicheren Verbindung von Wein und Käse.

Die Beilagen

Hier darf vor allem eins nicht fehlen und das ist Brot. Eigentlich kann man hier schon gar nicht mehr von einer Beilage sprechen, denn das Brot ist neben dem Käse einer der wichtigsten Bestandteile eines Fondues. Am besten nimmst Du Weißbrot vom Vortag. Das Brot sollte außerdem eine Rinde oder Kruste aufweisen. Persönlich nehme ich immer ein Baguette oder ein Ciabatta-Brot. Die Kruste erleichtert Deinen Gästen das Anstechen und es bleibt weniger Brot im Käse zurück. Neben Brot passt auch Salat wunderbar zum Käsefondue. Falls Du dein Käsefondue alkoholfrei zubereitest, selbst aber doch ein Glas Wein dazu genießen möchtest, empfiehlt sich ein trockener Wein, wie Fendant, Grauburgunder, Weißburgunder oder ein guter Walliser.

Baguette als Beilage zum Käsefondue
Brotvariation
trockener Weißwein als Beilage zum Käsefondue
Weißwein

Käsefondue Rezepte – Für Groß und Klein

Käsefondue Original

Zutaten für 4 Portionen:

  • 300 ml trockenen Weißwein (z.B. Picpoul de Pinet)
  • 1 Knoblauchzehe
  • 320g geriebenen Emmentaler
  • 480g geriebenen Greyerzer
  • 150 g Reblochon, gewürfelt und ohne Rinde
  • 2 TL Kirschwasser
  • Pfeffer
  • Muskat

Das Caquelon mit der Knoblauchzehe gut einreiben. Anschließend den Wein hinzugeben und erhitzen bis der Wein leicht köchelt.

Unter ständigem Rühren nun den Emmentaler nach und nach hinzugeben. Lass den Emmentaler schmelzen, bevor Du das Prozedere mit dem Greyerzer und dem Reblochon wiederholst. Rühre die ganze Zeit vorsichtig, bis alles eine cremige Konsistenz hat.

Gib nun das Kirschwasser dazu. Falls nötig mische es mit etwas Speisestärke und gebe 1 Teelöffel Zitronensaft dazu.

Zum Schluss nach Geschmack mit Pfeffer und Muskat würzen.

Käsefondue ohne Alkohol

Zutaten für 4 Portionen:

  • 1/4 l alkoholfreien Apfelwein
  • 1 Knoblauchzehe
  • 200 g geriebenen Appenzeller Käse
  • 200 g geriebenen Emmentaler
  • 200 g geriebenen Vacherin
  • 2 – 3 TL Speisestärke
  • 1 TL Zitronensaft
  • Pfeffer
  • Muskat

Das Caquelon mit der Knoblauchzehe gut einreiben. Anschließend den Apfelwein mit der Speisestärke in den Topf geben und erhitzen, bis der Apfelwein köchelt.

Unter ständigem Rühren nun den Emmentaler nach und nach hinzugeben. Lass den Emmentaler schmelzen, bevor Du das Prozedere mit dem Appenzeller Käse und dem Vacherin wiederholst. Rühre die ganze Zeit vorsichtig, bis alles eine cremige Konsistenz hat. Bei Bedarf noch 1 Teelöffel Zitronensaft hinzugeben.

Zum Schluss nach Geschmack mit Pfeffer und Muskat würzen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.