Rezeptkreationen

Kartoffelpuffer selber machen: Garantiert knusprig!

Kartoffelpuffer

Reibekuchen, Reiberdatschi, Reibeplätzchen, Rievkooche, Dotsch oder Kartoffelpfannkuchen – er hat viele Namen, der Kartoffelpuffer. Dabei ist der Kartoffelklassiker nicht nur in Deutschland sehr beliebt, sondern ist auch fester Bestandteil der böhmischen und der österreichischen Küche. Je nach Land und Region wird der Kartoffelpuffer dabei entweder deftig herzhaft oder mit süßer Beilage serviert. Unabhängig von der Beilage müssen Kartoffelpuffer aber vor allem eins sein, nämlich knusprig. Und wie Du das hinkriegst, erfährst Du hier!

Welche Kartoffel ist die Richtige?

Deutschland ist das Land der Kartoffel. In keinem anderen Land der EU werden so viele Kartoffeln angebaut wie in Deutschland. Weltweit gehört Deutschland sogar zu den zehn größten Kartoffelerzeugern. Dabei werden allein in Deutschland mehr als 360 Sorten angebaut. Kein Wunder also, wenn man da den Überblick verliert.

Trotzdem gibt es in puncto Kartoffelpuffer nicht die eine wahre Sorte, die Dir pauschal knusprige Puffer beschert. Dennoch würden wir Dir zu einer vorwiegend festkochenden Sorte, wie Agata, Bellarosa oder Finka raten. Das feinkörnige, halbfeste Fruchtfleisch und der mittelhohe Stärkeanteil sind genau richtig, um Deinem Ziel von leckeren, knusprigen Kartoffelpuffern näher zu kommen.

Kartoffelpuffer: Frische Kartoffeln
Frisch geerntete Kartoffeln

Roh oder gekocht?

Wenn es nach Oma geht, werden Kartoffelpuffer immer aus rohen Kartoffeln gemacht. Ob das daran liegt, dass sich rohe Kartoffeln leichter raspeln lassen, ohne dabei ihre Form zu verlieren? Das wollte sie mir nicht verraten, aber es liegt zumindest sehr nahe. Ein weiterer Grund, der für rohe Kartoffeln spricht, ist, dass nach dem Raspeln überschüssiges Wasser einfacher ausgedrückt werden kann. Das lässt Deine Kartoffelpuffer noch knuspriger werden.

Übrigens Rösti und Kartoffelpuffer oder Reibekuchen sind nicht das Gleiche. So wird der traditionelle Schweizer “Röschti” meist aus gekochten Kartoffeln vom Vortag hergestellt. Allerdings bestätigen auch hier Ausnahmen die Regel und es gibt Kantone, wo auch nur rohe Kartoffeln bzw. eine Mischung aus rohen und gekochten Kartoffeln zum Einsatz kommt. Ein weiterer Unterschied ist, dass Rösti grob geraspelt werden und ohne Zugabe von Ei und Mehl pfannengroß ausgebacken werden.

Kartoffelpuffer … wie reiben?

Ohne Fleiß kein Preis. Das gilt leider auch bei Kartoffelpuffer. Während man bei kleineren Mengen die Kartoffeln noch bequem mit der Hand fein reiben kann, braucht es bei größeren Mengen echt Ausdauer. Wer nicht ganz so viel Lust auf sportliche Aktivität hat, kann die Kartoffeln aber auch einfach durch einen Entsafter jagen und anschließend den Trester und den Saft wieder zusammenmischen. Wichtig ist nur, dass die Kartoffelraspeln am Ende möglichst fein und nicht zu matschig sind.

Was kommt rein?

Natürlich Kartoffeln. Abseits dieser Überraschungszutat dürfen aber auch Ei, Mehl und diverse Gewürze nicht fehlen. Während das Ei dafür sorgt, dass Deine Puffer in der Pfanne nicht zusammenfallen, verhindert das Mehl, dass die Kartoffelpuffer labberig werden. Bereits ein paar Esslöffel können dabei schon den Unterschied machen. Für den Geschmack sorgen am Ende Salz, Pfeffer und nach Belieben eine Prise Muskat. Je nach Region oder persönlicher Vorliebe kannst Du auch noch Zwiebeln, Speckwürfel oder Käse in die Kartoffelpuffer-Masse geben.

Du möchtest vegane Kartoffelpuffer? Gar kein Problem. Mische anstelle des Eis einfach eine geraspelte Möhre in die Kartoffel-Masse und Du erhältst eine schmackhafte Alternative. Wenn Du das Mehl außerdem durch Haferflocken, Reismehl oder Kichererbsenmehl ersetzt, sind Deine Puffer sogar glutenfrei.

Welche Beilage?

Neben dem persönlichen Geschmack spielt auch hier die Region eine große Rolle. So werden in Bayern die „Reiberdatschi“ mit Sauerkraut serviert, während man im Rheinland die „Rievkooche“ eher süß mit Apfelmus oder Rübensirup genießt. Die Thüringer schwören zudem auf Lauchgemüse und Fleisch und die Hessen auf grüne Bohnen. Weitere beliebte Beilagen sind außerdem Kräuterquark, Räucherlachs oder auch eine Gemüsesuppe.

Das Rezept für knusprige Kartoffelpuffer aus der Pfanne

Zutaten für 2 Portionen

  • 500 g Kartoffeln, vorwiegend festkochend
  • 1 kleine Zwiebel
  • 2 Eier (Größe M)
  • 1 EL Mehl
  • Salz, Pfeffer, Muskatnuss, gerieben

Zubereitung

  1. Zunächst die Zwiebel schälen, fein würfeln und beiseitestellen.
  2. Nun werden die Kartoffeln geschält, gewaschen und mit der feinen Seite der Reibe in eine große Schüssel gerieben.
  3. Die Kartoffelraspeln anschließend in ein Küchentuch geben und sanft ausdrücken.
  4. Jetzt die Kartoffeln mit der gewürfelten Zwiebel, Eiern, Mehl, Salz, Pfeffer und einer Prise Muskatnuss gut vermengen.
  5. Etwas Öl in einer großen Pfanne erhitzen und die Kartoffel-Masse mit einem Esslöffel in die heiße Pfanne geben und zu kleinen Talern formen. Im heißen Fett auf beiden Seiten goldbraun backen danach auf einem Küchenpapier abtropfen lassen.

Wer es etwas schlanker mag, kann die Kartoffelpuffer auch im Backofen ausbacken. Auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech gleichgroße Taler formen und auf mittlerer Schiene 30–35 Minuten im vorgeheizten Backofen (Ober-/Unterhitze: 180 °C/Umluft: 155 °C) backen. Während die Kartoffelpuffer backen, kannst Du dich voll und ganz Deiner Beilage widmen.

Kartoffelpuffer warmhalten und einfrieren

Damit Du deinen Gästen nicht beim Essen zuschauen musst, während Du noch die übrigen Puffer brätst, kannst Du die fertigen Puffer einfach bei 100 °C im vorgeheizten Backofen warmhalten. Übrigens lassen sich Kartoffelpuffer auch ideal einfrieren. Damit Du die Puffer später auch einzeln wieder entnehmen kannst, empfehlen wir Dir, diese zunächst einzeln einzufrieren, z. B. auf einem Brett und nach ein paar Stunden in eine Dose oder einen Gefrierbeutel umzufüllen. Beim nächsten Kartoffelpuffer-Gelüst kannst Du die Taler dann einfach im Backofen bei 200 °C für ca. 10 Minuten aufbacken.

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