Rezeptkreationen

Kohlrouladen: Zubereiten wie bei Oma

Kohlrouladen mit Preiselbeeren

Wenn mich jemand nach einem typisch deutschen Gericht fragen würde, kämen mir wohl als erstes Kohlrouladen oder, wie wir sie in Franken nennen, Krautwickel in den Sinn. Kein wirkliches Gourmetessen aber trotzdem sehr lecker. Besonders im Herbst und im Winter kam das Kohlgericht bei uns öfters auf die Teller. In meinen ganz jungen Jahren gab es die gewickelten Rouladen auch immer zu Weihnachten. Natürlich original zubereitet von Oma. Ich habe als Kind dabei oft zugesehen, wie die Wickel gerollt bzw. gefaltet werden aber selbst zubereitet habe ich sie ehrlicherweise noch nie. Das sollte sich nun endlich ändern. Ein Anruf bei Mama und kurze Zeit später lag mir schon das Rezept vor, das meine Mama selbst noch feinsäuberlich von Hand unter der Anleitung ihrer Mutter geschrieben hat. Nachdem dann auch die letzten Buchstaben entziffert waren, ging es zunächst in den Supermarkt. Eigentlich dachte ich immer, dass Krautwickel ein riesen Aufwand sind, aber dem ist gar nicht so. Mit ein paar einfach Tipps und Tricks hat man in weniger als einer Stunde ein deftiges Gericht für einen schmuddeligen Sonntag zubereitet. Wie Du ebenfalls so leckere Krautwickel wie von Oma zauberst, erfährst Du hier.

Welchen Kohl soll ich nehmen?

Die typisch deutschen Kohlrouladen werden mit Weißkohl zubereitet aus dem auch Sauerkraut hergestellt wird. Weißkohl hat ein sehr feines und mildes Aroma was ihn zur beliebtesten Kohlsorte in Europa macht. Alternativ gelingen Kohlrouladen auch wunderbar mit Wirsing, Spitzkohl oder Chinakohl. Wichtig ist in jedem Fall, dass die Blätter groß genug sind.

Kohlrouladen und Krautwickel aus Weißkohl
Weißkohl

Kohlblätter blanchieren

Oberstes Gebot bei der Zubereitung von Kohlrouladen ist das Blanchieren im heißen Wasser. Durch das heiße Wasser werden die Blätter biegsam, sodass sie beim Wickeln nicht so schnell reißen. Ebenso garen Deine Krautwickel später schneller und gleichmäßiger. Bei der Verwendung von Weißkohl solltest Du wie folgt vorgehen:

  1. Putze das Weißkraut und entferne die äußeren Blätter.
  2. Schneide den Strunk keilförmig heraus. So können sich die Blätter später leichter lösen.
  3. Gebe den Krautkopf in einen ausreichend großen Topf mit Salzwasser.
  4. Für 1 bis 2 Minuten blanchieren und die ersten Blätter ablösen.
  5. Die abgelösten Blätter sofort in eiskaltes Wasser legen.
  6. Den Kohlkopf erneut in das kochende Wasser tauchen, bis sich wieder 1 bis 2 Blätter lösen.
  7. Vorgang so lange wiederholen, bis man die benötigte Anzahl an Kohlblättern hat.

Tipps:

  • Die dicke Mittelrippe der einzelnen Blätter kann mit einem scharfen Messer vorsichtig flach weggeschnitten werden.
  • Die einzelnen abgelösten Blätter nochmals für 5 bis 10 Minuten im kochenden Wasser weichkochen und anschließend erneut abschrecken.
  • Gebe etwas Kümmel in das kochende Wasser, um den Kohl bekömmlicher zu machen.

Das Rezept für Omas Kohlrouladen

Da es bekanntlich bei Oma am besten schmeckt, gibt es hier nun ein altbewährtes Rezept – original von meiner Großmutter.

Zutaten für 3 – 4 Personen

  • 1 Kopf Weißkraut (Weißkohl)
  • 1 Zwiebel
  • 500 g gemischtes Hackfleisch
  • 1 Brötchen vom Vortag
  • 1 Ei
  • 50 ml Milch
  • 50 g durchwachsener Speck
  • 1 EL Majoran (getrocknet)
  • Kümmel
  • Salz
  • Pfeffer
  • 1 Zwiebel für die Soße
  • 1 Karotte für die Soße
  • 500 ml Gemüsebrühe
  • 1-2 TL Speisestärke
  • 2-3 EL Sahne

Zubereitung

  1. Das Brötchen vom Vortag würfeln und mit heißer Milch übergießen. Anschließend sofort abdecken, damit die Wärme nicht sofort verloren geht und das Brötchen gut aufweichen kann.
  2. Kohl putzen und in einem großen Topf mit kochendem Salzwasser und Kümmel blanchieren. In eiskaltem Wasser abschrecken und abtropfen lassen.
  3. Ein oder zwei kleinere blanchierte Krautblätter (ca. 70 – 80 g) in kleine feine Würfel hacken und zur Seite stellen.
  4. Die Zwiebel schälen, fein würfeln und in ein wenig Öl kurz glasig anschwitzen.
  5. Den Speck fein würfeln und in einer Schüssel mit dem Hackfleisch, den Zwiebel-Würfeln, dem ausgedrückten Brötchen sowie den gehackten Kohlblättern und einem Ei vermengen. Alles zu einem glatten Teig verarbeiten. Kräftig mit Salz, Pfeffer und Majoran würzen.
  6. Die Masse in gleichen Portionen auf die großen Kohlblätter verteilen. Bei kleinen Kohlblättern können auch zwei überlappend aufeinandergelegt werden. Die seitlichen Ränder der Kohlblätter nach innen schlagen und zu einer Roulade aufwickeln. Mit Küchengarn zusammenbinden. So fortfahren, bis die Füllung aufgebraucht ist.
  7. Eine zweite Zwiebel sowie eine große Karotte schälen und grob hacken. In einem Bräter oder einer Pfanne kräftig in Butterschmalz anbraten, bis diese eine schöne Röstfarbe haben. Anschließend aus dem Bräter nehmen und nun die Krautwickel ebenfalls mit etwas Butterschmalz von allen Seiten kräftig anbraten. Das Kraut kann bei diesem Vorgang ruhig ordentlich Farbe annehmen.
  8. Die Gemüsebrühe sowie die gebratene Zwiebel und Karotte dazugeben und aufkochen lassen. Abgedeckt bei mittlerer Hitze für ca. 45-60 Minuten schmoren lassen.
  9. Die Kohlrouladen aus dem Topf nehmen. Den Fond durch ein Sieb gießen und anschließend um ca. 1/3 einkochen lassen. Die Stärke mit etwas kaltem Wasser glatt rühren und in die Soße mischen. Kurz aufkochen. Danach die Hitze reduzieren und die Sahne in die Soße mischen und mit den Krautwickeln servieren.
Gefüllte Kohlrouladen im Bräter
Gefüllte Krautwickel

Kohlrouladen mal anders?

Es muss nicht immer Fleisch sein. Grundsätzlich lassen sich Kohlrouladen mit allem möglichen Füllen. Du ernährst Dich vegetarisch oder sogar vegan? Dann kannst Du für die Füllung Reis, Hirse und gemischtes Gemüse wie zum Beispiel Karotten, Zucchini oder Paprika verwenden. Eher untypisch aber auch lecker – eine Füllung aus Fisch oder Meeresfrüchten. Hier eignet sich Forellenfilet, Kabeljau, Seelachs oder geräucherter Fisch. Ebenso lassen sich Krautwickel wunderbar mit Parmesan oder einem anderen deftigen Käse verfeinern.

Beilagen – was passt zu Kohlrouladen?

Wer nicht Low Carb unterwegs ist, kann Krautwickel wunderbar mit Beilagen wie Salzkartoffeln, Kartoffelbrei, Bratkartoffeln, Reis, Polenta oder Bayerisch Kraut kombinieren.

Wie lange sind Krautwickel haltbar?

Fertig geschmorte Krautwickel kannst du für bis zu 3 Tage frisch im Kühlschrank aufbewahren. Um sie länger haltbar zu machen, kannst Du die abgekühlten Rouladen auch ganz einfach einfrieren. Einfach die Wickel mit etwas Soße in ein geeignetes Gefäß geben und ab damit in den Gefrierschrank. So sind die Kohlrouladen bis zu 3 Monate haltbar. Vor der Zubereitung lass die Krautwickel über Nacht im Kühlschrank auftauen. Im Anschluss musst Du sie nur noch für 10 – 15 Minuten n der Soße erhitzen.

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