Rezeptkreationen

Tacos selber machen: von Tortilla bis Salsa authentisch mexikanisch

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Jeder der schon einmal in Mexiko war, durfte nicht drum herumgekommen sein, die zahllosen Taco-Stände in den Straßen zu bemerken, an denen nachts Lichter von den Dächern hängen und wo sich scharenweise Menschen davor tummeln, wie Bienen, die sich um einen Honigtopf versammeln. Auch die verschiedenen Gerüche, die durch die Straßen ziehen und einen verfolgen, bekommt man so schnell nicht mehr aus der Nase. Ja, Mexiko und seine Street-Food-Stände sind schon eine Sehenswürdigkeit für sich alleine. Für alle, die jetzt die Sehnsucht treibt, haben wir hier den ultimativen Guide für authentische mexikanische Tacos und wie Du sie ganz einfach selbst zuhause zubereiten kannst. Am besten hältst Du schon mal den Tequila bereit.

Wo kommt der Taco her?

Der Ursprung des Tacos ist gänzlich unbekannt. Es wird aber angenommen, dass es mit den zentralmexikanischen Frauen begann, die ihre Männer während der Feldarbeiten mit diesem Gericht versorgten. Den Einzug nach Amerika verdankt man dann angeblich den mexikanischen Silberminen-Arbeitern, die diese Rezepte mitgebracht haben. Unabhängig davon ist der Taco ein Gericht, das sich seit vielen Jahren großer Beliebtheit erfreut.

Tex-Mex-Tacos

Diese Art der Tacos ist eine Erfindung der Amerikaner und unterscheidet sich stark von den authentischen, mexikanischen Tacos. Während die Mexikaner ihren weißen Käse lieben, wird in Tex-Mex-Tacos ausschließlich gelber Käse verwendet. Zudem werden Tacos in Mexiko ausschließlich mit weichen Mais- seltener auch Weizentortillas zubereitet und nicht wie in den USA üblich mit den krossen „Hard Shell Tacos“. Auch die Füllung unterscheidet sich. So werden Tex-Mex-Tacos häufig mit Hackfleisch, Tomaten, Salat, Sour Cream und geriebenem Käse gefüllt.

Eine Tortilla viele Gerichte

Neben Tacos lassen sich aus Tortillas auch noch weitere wunderbare Gerichte zaubern. Damit es bei der nächsten Mexiko-Reise oder dem nächsten Besuch im mexikanischen Restaurant keine bösen Überraschungen gibt, klären wir nun, was sich u. a. hinter den Begriffen Burrito, Enchilada, Fajita und Co. Versteckt.

  • Burritos sind im Vergleich zu Tacos komplett verschlossen und werden warm, gefüllt und gerollt serviert. Die Tortilla ist um einiges größer als im Vergleich zum Taco. Da Maistortillas eher dazu neigen auseinanderzufallen, verwendet man für Burritos zudem meist welche aus Weizen. Übrigens: wird der Burrito frittiert, nennt man ihn Chimichangas.
  • Enchiladas werden mit weichen Maistortillas gemacht. Sie werden gefüllt, gerollt und anschließend in einer Auflaufform mit Soße übergossen und Käse überbacken. Die Seiten bleiben offen und werden nicht eingeklappt, wie beim Burrito.
  • Fajitas sind tatsächlich eine amerikanische Kreation. Vielleicht hast Du sie schon einmal auf der Speisekarte eines mexikanischen Restaurants gesehen? Wenn Du Fajitas bestellt, erhältst Du alle Zutaten einzeln serviert und kannst so Deine kleinen Weizentortillas individuell am Tisch befüllen.
  • Tostadas werden flach serviert und erinnern an belegte Brote, nur dass hier eben kleine Maistortillas zum Einsatz kommen. Hat die Tortilla eine Bootsform und wird frittiert, nennt man sie Chalupas (span.: „Boot“).
Tacos: Tostadas
Tostadas
Tacos: Fajitas
Fajitas

Die perfekte Tortilla

Für leckere authentische mexikanische Tacos sind gute Tortillas unverzichtbar. In Mexiko stellen die meisten Taco-Verkäufer ihre Tortillas entweder selbst her oder kaufen diese täglich frisch von einer lokalen Bäckerei, die auf Tortillas spezialisiert ist. So oder so, Tortillas sind nur ein paar Tage haltbar und werden am besten frisch und warm gegessen. Es gibt kaum etwas Unappetitlicheres als trockene und krümelige Tortillas. Egal ob Mais- oder Weizentortilla, die Grundzutaten sind immer gleich und bestehen aus Mehl, Salz, warmen Wasser und ggf. noch Öl. Falls Du die knusprigen Tex-Mex-Tortillas bevorzugst, kannst Du deine Teigfladen einfach knusprig im Ofen ausbacken. Ansonsten werden die kleinen Teigfladen in der Pfanne gebacken.

10 authentische, mexikanische Taco-Varianten

Es gibt so viele Arten von Tacos, dass es unmöglich wäre, alle zu katalogisieren. Von Karotten- über Kaktus- und Kuh-Euter-Tacos kann so ziemlich alles in einer Tortilla gefaltet und Taco genannt werden, was das Herz nur höherschlagen lässt. Auch frittierte Insekten, wie zum Beispiel Heuschrecken sind je nach Region keine Seltenheit. Hier nun ein kleiner Überblick über die beliebtesten Taco -Varianten, wenn es bei der nächsten Bestellung „uno mas, por favor“ heißt:

  • Asador – Diese Tacos werden aus dünnem und in Scheiben geschnittenem Rindfleisch hergestellt, das auf einer Grillplatte gekocht wird.
  • Cazo – Bei diesen Tacos erfolgt die Zubereitung in einem traditionellen mexikanischen Kupfertopf. Dieser ist perfekt geeignet für Carnitas – das Pulled Pork der Mexikaner.
  • Cazuela – Tacos mit geschmortem Fleisch, zubereitet in der traditionellen Cazuela, der mexikanischen Variante einer Ton-Kasserolle.
  • Fisch-Tacos – Diese Tacos finden sich vor allem in dem mexikanischen Bundesstaat Baja California und werden mit fangfrischem, weißem Fisch aus dem Pazifik oder dem Golf von Kalifornien zubereitet. Der Fisch wird dabei wahlweise gebraten oder gegrillt.
  • Garnelen-Tacos – Tacos gefüllt mit gebratenen oder frittierten Garnelen und mit Kraut und einem Spritzer Limette getoppt.
  • Al Pastor oder Adobada – Die Tacos werden mit mariniertem Fleisch, das an einem Spieß gegrillt wird gefüllt und mit Zwiebeln, Koriander und Ananasscheiben verfeinert. Diese Taco-Variante wurde nach der Übersiedlung libanesischer Einwanderer nach Mexiko übernommen und ist eine Adaption des Schawarma.
  • Tacos al carbon – Tacos gefüllt mit Fleisch, das über Holzkohle gegrillt wird und schön rauchig ist.
  • Käfer-Tacos – Eine hervorragende Proteinquelle. Einige der bekanntesten Käfer-Tacos werden aus Gusanos (Maguey-Würmer), Jumiles (Stinkwanzen), Chicatanas (Riesenameisen), Eskamolen (Ameisenlarven), Ahuatle (Wasserfliegeneier), Chapulines (Heuschrecken) und Eskarabajos (Käfer) zubereitet.
  • Vegetarische Tacos – Diese Arten von Tacos werden normalerweise mit Pinto-Bohnen, Kichererbsen, Reis und/oder gerösteten Chili-Scheiben serviert.
  • Frühstück-Tacos – gefüllt mit Rührei, Chorizo oder Kartoffeln.
Frühstück-Tacos mit Rührei und Chorizo
Frühstück-Tacos

Toppings & Salsa

Toppings

Das Schöne an authentischen mexikanischen Tacos ist, dass sie individuell zusammengestellt werden können. Selbst der kleinste Taco-Stand hat mindestens ein halbes Dutzend Möglichkeiten, um den Taco ganz nach dem persönlichen Geschmack zu verfeinern.

Die Limette ist dabei absolut unverzichtbar und gehört zum Standardrepertoire. Die feine Säure bringt die Aromen des Tacos nämlich erst so richtig zur Geltung. Ansonsten finden sich auch immer rohe Zwiebeln und Koriander an den Ständen. Diese Grund-Toppings können dann beliebig erweitert werden mit zum Beispiel gedünsteten Zwiebeln, Gurkenscheiben, Radieschen-Scheiben, Avocado oder Chilischoten.

Dann gibt es da natürlich noch die Salsas. Diese müssen nicht immer scharf sein und die meisten Stände bieten zwei oder mehr verschiedenen hausgemachte Salsas an.

Das Salsa 1×1

Salsa roja – Besteht aus gekochten Tomaten, Zwiebeln, Chilischoten, Koriander, Knoblauch, Salz und gemahlenem Kreuzkümmel. Manchmal ist sie auch rauchig und scharf.

Avocadosalsa – Nicht zu verwechseln mit Guacamole. Sie wird zwar auch auf Avocadobasis hergestellt, ist von der Konsistenz aber flüssiger aufgrund der Limette und dem weißen Essig.

Pico de gallo – wörtlich „Hahnenschnabel“. Diese Salsa ist eine Mischung aus Tomaten, Zwiebeln, Jalapeño, Koriander und Limette. Sie wird nicht gekocht.

Salsa negra – genannt schwarze Salsa. Die Farbe verdankt die scharfe Salsa den gerösteten, getrockneten Chilis. Auch Öl und Knoblauch dürfen nicht fehlen.

Salsa verde – Die Basis aus grünen Tomaten, den „Tomatillos“ sorgt für die charakteristische grüne Farbe. Die Salsa wird mit Knoblauch und Zwiebeln gekocht und mit Kräutern wie Koriander, Oregano und Kreuzkümmel verfeinert und zum Schluss püriert.

Salsa roja: Rote Salsa
Salsa roja

Grundrezepte – Von der Tortilla bis zu Salsa

Zutaten für die Tortillas

  • 200 g gelbes Masa Harina mexikanisches Maismehl
  • Ca. 300 ml Wasser, lauwarm
  • 1 TL Öl
  • ½ TL Salz

Zutaten für die Füllung

  • 1 kg Rindfleisch
  • 1 Zwiebel
  • 1 Ananas
  • Frischer Koriander
  • Limetten

Zutaten für die Salsa Verde

  • 500 g Tomatillos
  • 1 Zwiebel
  • 4 Serrano-Chilis
  • 4 Knoblauchzehen
  • 12 Stängel Koriander
  • 2 EL Olivenöl
  • Salz und Pfeffer

Zubereitung

Die Tortillas

  1. Das Masa Harina Mehl mit dem Salz in eine Schüssel geben und in der Mitte eine kleine Kuhle formen. Circa 100 ml Wasser in die Kuhle gießen und mit dem Mehl vermengen.
  2. Nochmals 100 ml Wasser und ggf. etwas Öl zu dem Teig geben und gut einkneten.
  3. Den Teig nun für circa 2 Minuten kneten. Er soll geschmeidig und elastisch werden. Bei Bedarf noch etwas Wasser hinzugeben und zum Schluss zu einer großen Kugel formen.
  4. Aus der großen Kugel nun nach und nach golfballgroße Kugeln formen und mit einem feuchten Geschirrtuch abdecken, da diese schnell austrocknen. Die Teigmenge sollte ungefähr 20 kleine Kugeln ergeben.
  5. Mit einer Teigrolle aus den Kugeln jetzt ca. 12 cm große und 2 mm dicke Tortillas formen. Anstatt einer Teigrolle können die Kugeln auch mit einem Teller platt gedrückt werden.
  6. In einer beschichteten Pfanne auf mittlerer Hitze nun auf jeder Seite für maximal 30 Sekunden ausbacken. Die Pfanne nicht einfetten.

Die Füllung

  1. Für die Füllung die Zwiebeln und die die Ananas fein würfeln, die Limette in Spalten schneiden sowie den Koriander fein hacken. Alles in kleine Schälchen geben und zur Seite stellen.
  2. Das Rindfleisch in feine Würfel schneiden und mit Salz und Pfeffer würzen. Anschließend in einer Grillpfanne kurz, scharf anbraten.

Die Salsa

  1. Die papierene Hülle der Tomatillos entfernen und gut abwaschen, um die klebrigen Rückstände zu lösen.
  2. Die Zwiebel sowie die Knoblauchzehen schälen und fein hacken.
  3. Nun die Tomatillos, die Zwiebeln, den Knoblauch und die Serrano-Chilis in einen großen Topf geben und mit etwas Wasser begießen, bis alles bedeckt ist. Das Wasser nun zum Kochen bringen und für 10 Minuten köcheln lassen.
  4. Die Mischung nun umfüllen und für ca. 30 Sekunden mixen, bis alles fein ist.
  5. In den Topf jetzt etwas Öl geben, erhitzen und die Soße in den Topf schütten.
  6. Bei reduzierter Hitze für 20 Minuten köcheln lassen.
  7. Zum Schluss mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Wie isst man Tacos richtig?

Kleiner Taco, große Sauerei. Auch wenn alles auf den Ersten Blick ganz leicht zu sein scheint, solltest Du die folgenden Punkte beachten, wenn Du die leckeren Zutaten nicht verkleckern willst.

  1. Überfülle niemals Deinen Taco – so verlockend das auch sein mag.
  2. Hebe den Taco von der oberen Mitte an, nicht von unten oder einem der Enden.
  3. Wenn Du deinen Taco einmal in der Hast hast, lege ihn nicht wieder hin, es sei denn, Du möchtest, dass der ganze Inhalt rausfällt.

Jetzt steht dem Taco-Genuss absolut nichts mehr im Wege.

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